Wasserstoff ist ein zentrales Element der zukünftigen Energieversorgung

29. Mai 2019 | Bericht

Wasserstoff liefert dringend benötigte Flexibilität für das zukünftig dekarbonisierte Energiesystem – und das ohne wesentliche Alternativen. Das Potenzial ist dort am größten, wo direkte Elektrifizierung nicht möglich ist. Wasserstoff bietet interessante Möglichkeiten für die norwegische Industrie.

Wasserstoff kann mit wenig bis gar keinen CO2-Emissionen hergestellt werden und kann daher ein wichtiger Teil der Lösung für die Herausforderungen des Klimawandels sein. Emissionen werden dann reduziert, wenn Wasserstoff fossile Energieträger ersetzt.

Das größte Potenzial für Wasserstoff besteht bei Anwendungen, bei denen eine direkte Elektrifizierung nicht möglich ist. Da Wasserstoff über längere Dauer in großen Mengen gespeichert werden kann, kann der Zugang zu Wasserstoff auf Basis von Elektrolyse („green hydrogen“) oder Steam Methane Reforming (SMR) von Erdgas („blue hydrogen“) im Stromnetz eine ähnliche Rolle wie Pumpwasserspeicher spielen. In Gebieten mit eingeschränktem Zugang zu flexibler Wasserkraft, wie bspw. in meisten Teilen Europas, kann Wasserstoff mit wachsenden Solar- und Windkraftmengen zunehmend zur Effizienz des Stromnetzes beitragen.

Unsere modellbasierte Analyse der europäischen Energiebilanz zeigt, dass Wasserstoff zu einem kostengünstigen Umstieg auf ein kohlenstofffreies Energiesystem in Europa beitragen kann. Wasserstoff kann bei einem Überschuss von Sonnen- und Windkraft erzeugt und zur Stromproduktion in Zeiten mit geringer Sonnen- und Windkraftproduktion verwendet werden. Ohne die Flexibilität, die Wasserstoff bietet, müssen in Zukunft noch mehr Wind- und PV-Kapazitäten gebaut oder teurere und weniger geeignete Speicherlösungen errichtet werden.
Die Simulationen zeigen deutliche Synergien zwischen grünem und blauem Wasserstoff. Die Produktion von blauem Wasserstoff hängt nicht von den Wetterbedingungen ab, während grüner Wasserstoff in Perioden mit überschüssiger Erzeugung erneuerbarer Energien kostengünstig hergestellt werden kann.

Heutzutage gibt es nur wenige Alternativen zu der Flexibilität und mittel- bis langfristigen Speicherung von Elektrizität, die Wasserstoff bieten kann. Der Energieträger kann daher ein wichtiges Element in einem klimaneutralen europäischen Energiesystem sein.

Norwegen verfügt über Energieressourcen sowie Industrie- und Forschungseinrichtungen mit Technologiekompetenz und Handelserfahrung, die eine hervorragende Grundlage für die Entwicklung eines Wasserstoffsektors bilden können. In Telekommunikation und Fischzucht wird Wasserstoff bereits konkurrenzfähig eingesetzt.

Die norwegische Regierung ist dabei, eine neue Strategie für Wasserstoff zu erarbeiten. Der Bericht enthält eine Liste politischer Maßnahmen, die als Teil einer solchen Strategieformulierung in Betracht gezogen werden sollten.

Diese Studie gibt einen Überblick über die verschiedenen Wertschöpfungsketten, die an der Erzeugung, dem Transport und der Nutzung von Wasserstoff beteiligt sind, und erörtert die Rolle, die Wasserstoff für das künftige norwegische und europäische Energiesystem spielen kann.

Das Projekt wurde vom Norwegischen Ministerium für Öl und Energie, Innovation Norway, Norsk olje og gass, Petoro, Gassco, dem norwegischen Wasserstoffforum und einer Gruppe bestehend aus Småkraftforeninga (einem Energieverband kleiner Stromerzeuger), Sunnhordland kraftlag (Energieversorgungsunternehmen) und Kvinnherad Energi in Auftrag gegeben.

Lesen Sie den Bericht (auf Norwegisch):

THEMA Rapport 2019-07 >> Systemvirkninger og næringsperspektiver ved hydrogen

Underlagsrapport til THEMA Rapport 2019-07 >>

Pressemitteilung >> 

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Eivind Magnus
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