Koordination Schlüssel zum effizienten Ausbau von Ostsee Offshore Wind

23. September 2019 | Bericht
Havvind

Offshore Winderzeugung in der Ostsee könnte mehr als ein Drittel der gesamten heutigen Stromnachfrage in der Region decken. Eine effiziente Nutzung des vorhandenen Potenzials erfordert mehr Kooperation, bessere Planung und regulatorische Reformen

Seichte Gewässer, niedrige Wellenhöhe, stabile Windbedingungen und die Nähe zum Küstenverlauf machen die Ostsee zu einem der attraktivsten Standorte für den Ausbau von Offshore Wind. Dennoch ist die bisherige Entwicklung überschaubar, vor allem im Vergleich zur rasanten Expansion von Windenergie in der benachbarten Nordsee.

In einer kürzlich erschienen Studie für die EU Kommission betrachtet THEMA, zusammen mit COWI und Ea Energy Analyses, das Windpotenzial der Ostsee, mögliche Szenarien für den Windausbau und konkrete Maßnahmen, die unternommen werden können, um das Potenzial für den Erfolg von Offshore Wind in der Region zu erschließen.

Ein zentrales Ergebnis der Studie ist, dass Offshore Wind in der Ostsee voraussichtlich Teil der kostengünstigsten Lösung für das Erreichen der Dekarbonisierungsziele der EU ist. Um dies zu bewerkstelligen, sollte eine gemeinsame Vision der Mitgliedstaaten in der Region entwickelt werden. Die Ostsee-Anrainerstaaten sollten zudem bei der Bereitstellung der besten Ressourcen, der Netzentwicklung und der Angleichung rechtlicher Rahmenbedingungen kooperieren.

Die Studie enthält Vorschläge für eine Roadmap und einen Aktionsplan, die die Maßnahmen zur künftigen Unterstützung der Offshore-Windentwicklung in der Ostsee in verschiedenen Bereichen aufzeigen sollen.

Um den effizienten Einsatz von Offshore-Winden zu ermöglichen, wird in der Studie die Notwendigkeit hervorgehoben, einige nationale Genehmigungsverfahren zu verbessern, regionale Offshore-Ziele in die langfristige Netzplanung einzubeziehen und zwischen den Mitgliedstaaten zusammenzuarbeiten. Nur so kann sichergestellt werden, dass Strom von den Standorten mit den niedrigsten Kosten bezogen wird und die Märkte erreicht, in denen der Strom am dringendsten benötigt wird.

Die Studie macht das enorme technische Potenzial der Ostsee deutlich und identifiziert 93 GW an potenzieller Offshore-Kapazität, die auf 187 Standorte verteilt ist. Bei vollständigem Ausbau könnten diese Standorte rund 325 TWh/Jahr erzeugen. Die Szenarioanalyse des Energiemarkts bis 2050 zeigt, dass dieses Potenzial bis 2030 zumindest teilweise mit anderen Formen der Stromerzeugung wettbewerbsfähig sein dürfte.

Lesen Sie mehr >> Study on Baltic offshore wind energy cooperation under BEMIP

portrettbilde, forfatter

Berit Tennbakk
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