Lokale Flexibilitätsmärkte bereit zum Pilottest

13. Februar 2018 | Bericht

Enova’s groß angelegter Wettbewerb erlaubt es Netzbetreibern und anderen Marktakteuren Lösungen für die Nutzung lokaler Flexibilität zu testen. Aber was zeichnet ein erfolgreiches Pilotprojekt aus? THEMA hat diese Fragestellung für Enova analysiert.

Auf der Enova Markt-Konferenz 2018 hat Enova seine Pläne für die wettbewerbliche Durchführung von Pilotprojekten für lokale Flexibilitätsmärkte bekanntgegeben, Der Wettbewerb richtet sich an Netzbetreiber und verschiedene Markakteure und hat drei Ziele, nämlich

  1. Innovative Modelle für die effektive Nutzung von Ressourcen, die Integration verschiedener Energieträger (beispielsweise Strom und Wärme), und die Integration von Speichern vorzuführen.
  2. Smarte Lösungen zu testen, die die Ausnutzung existierender Infrastruktur und lokaler Erzeugungskapazität erhöhen.
  3. Neue Marktmodelle zu testen, die die verstärkte Nutzung von Flexibilität stimulieren, einschließlich von Flexibilitätsmärkten.

Der Wettbewerb wird vor dem Hintergrund des erwarteten substantiellen Investitionsbedarfs in das Norwegische Stromnetz durchgeführt. Dieser Investitionsbedarf wird primär vom Engpassmanagement getrieben. Lokale Flexibilitätsmärkte sollen dabei, unterstützt von Aggregatoren die die Flexibilität einer Gruppe lokaler Verbrauchern sammeln, die Spitzenlast reduzieren und dadurch die nötigen Investitionen hinauszögern oder sogar komplett vermeiden. Die Aggregierung der Flexibilität von vielen einzelnen Verbrauchern soll dabei die Zuverlässigkeit der Flexibilität erhöhen, so das in der Tat Netzausbau vermieden werden kann.

Heutzutage wird die Einführung von lokalen Flexibilitätsmärkten von verschiedenen Barrieren behindert. In einem Bericht für Enova argumentiert THEMA das zielgerichtete, großangelegte Pilotprojekte helfen, diese Barrieren zu bewältigen, und so die Implementation von lokalen Flexibilitätsmärkten unterstützen können. Der Schlüssel zum Erfolg im Enova-Wettbewerb liegt in der Verzahnung der einzelnen Teile der Wertschöpfungskette, der Verknüpfung der Marktakteure und der Entwicklung von konkreten Vorschlägen zur Lösung der wichtigsten Barrieren.

Eine der wichtigsten Herausforderungen die mit Hilfe großangelegter Pilotprojekte beleuchtet werden kann, ist die Frage inwiefern lokale Flexibilitätsmärkte den Bedarf für Investitionen reduzieren und den Netzbetrieb verbessern können. Der Wert von Flexibilität hängt dabei entscheidenden davon ab, wie gut potentielle Flexibilitätsquellen zum lokalen Bedarf für Flexibilität passen. Die Pilotprojekte werden Interaktion und Erfahrungsaustausch zwischen den Stakeholdern forcieren. Es wäre schwierig für einen einzelnen oder einige wenige Akteure eine eigene lokale Marktlösung zu etablieren, sowohl aufgrund der Komplexität des Marktdesigns und der Mindestgröße für einen wirtschaftlichen Betrieb eines Aggregators.

Enova verwaltet darüber hinaus andere Fördermechanismen und Werkzeuge, die lokale Flexibilitätsmärkte unterstützen können. Der potentielle Wert lokaler Flexibilitätsmärkte wird mit dem Volumen der gehandelten Flexibilität wachsen, und dieses Volumen kann durch eine Verbesserung des Verständnisses und der Kontrolle über den eigenen Verbrauch durch Konsumenten erreicht werden.

Ein erfolgereicher Pilot besteht auch aus einer guten Bekanntgabe und Auswahl der Teilnehmer. Eine solche Auswahl kann durch Dialog mit den Schlüsselakteuren schon vor einer Bekanntgabe erreicht werden. Das Projektrisiko sollte durch eine Aufteilung des Projekts in Phasen minimiert werden. Das macht es möglich, ein Projekt frühzeitig zu stoppen, wenn es sich nicht in die richtige Richtung entwickelt. So kann das Risiko für sowohl Enova als auch die Teilnehmer am Pilotprojekt begrenzt werden.

Lesen Sie mehr (auf Norwegisch): 

THEMA Rapport 2017-20>> Aggregatorrollen, fleksibilitetsmarkeder og forretningsmodeller i energisystemet

Kontakt: Åsmund Jenssen und Kristine Fiksen

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Åsmund Jenssen
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